Energieausweise Basisinformationen - Energieausweise für Wohn- und Nichtwohngebäude in Berlin und Brandenburg

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Energieausweise

Was Sie über Energieausweise wissen sollten ...


wenn Sie einen Energieausweis erwerben oder wenn Sie die Angaben daraus interpretieren möchten.

Zweck des Energieausweises


Mit dem Energieausweis sollte einst die Möglichkeit geschaffen werden, die energetische Qualität von Gebäuden vergleichbar zu machen. Im Bedarfsausweis wird daher ein Endendergie- und Primärenergiebedarf in kWh je m2 Nutzfläche nach EnEV angegeben. Der Endenergiebedarf stellt dabei die Energiemenge dar, die Sie unter den normativen Randbedingungen der EnEV von Ihrem Energieversorger beziehen müssen, um die auftretenden Verluste zu decken. Der Primärenergiebedarf enthält zusätzlich einen Faktor, der je nach verwendetem Energieträger die Vorkette der Erkundung, Gewinnung, Aufbereitung und Transport berücksichtigt. Der Primärenergiebedarf kann daher als Indikator für die Umweltverträglichkeit des Gebäudes angesehen werden.

Beim Verbrauchsausweis wird nur ein Verbrauchskennwert (End- und Primärenergie) dargestellt, der je nach Anlagentyp die Warmwasserbereitung enthalten kann oder auch nicht.

Wann Sie einen Energieausweis benötigen


  • bei Vermietung und Verkauf
  • beim Neubau
  • bei Erweiterung bestehender Gebäude

Bei Verkauf und Vermietung:
Den Energieausweis benötigen Sie als Vermieter bzw. Verkäufer, wenn Sie beabsichtigen, eine Immobilie oder Teile einer Immobilie zu vermieten bzw. zu verkaufen. Einem Miet- bzw. Kaufinteressenten müssen Sie den Energieausweis bei der Besichtigung des Objektes vorlegen können. Seit dem Inkrafttreten der EnEV 2014 muß der Energieausweis oder eine Kopie dessen dem Käufer oder Mieter auch physisch ausgehändigt werden.

Beim Neubau:
Als Bauherr müssen Sie ohnehin im Rahmen des Bauantragsverfahrens die Einhaltung der EnEV nachweisen (EnEV-Nachweis). Hier wird Ihnen i.d.R. bereits der Planer bzw. Architekt den Ausweis zur Verfügung stellen. Bei Bedarf können wir hier unterstützend tätig werden.

Bei Erweiterung bestehender Gebäude:
Im Fall von Änderungen an bestehenden Gebäuden im Sinne der Anlage 3 der EnEV (Erweiterung, Um- und Ausbau) müssen Sie den Wärmedurchgang oder den Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust nachweislich auf ein bestimmtes Maß begrenzen. Ein klassisches Beispiel wäre der Ausbau des bisher unbeheizten Dachgeschoßes zu Wohnzwecken oder die Fassadenerneuerung. Die Baubehörde kann von Ihnen ggf. entsprechende Nachweise fordern.

Beachten Sie, daß Verstöße gegen die EnEV als Ordnungswidrigkeit geahndet werden können! Näheres dazu finden Sie auf www.EnEV-Online.de .

Welcher Energieausweis zulässig ist


Wurde der Bauantrag für das Wohngebäude vor dem 01.11.1977 gestellt und hat dies weniger als 5 Wohneinheiten, darf nur der Bedarfsausweis ausgestellt werden. Außer, wenn Sie im Detail nachweisen können, daß das Wohngebäude bereits bei Errichtung die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt hat oder nachträglich auf diesen Stand gebracht wurde.

Für Wohngebäude, deren Bauantrag ab dem 01.11.1977 gestellt wurden oder die aus mindestens 5 Wohneinheiten bestehen, haben Sie die Wahlfreiheit, welchen Energieausweis Sie ausstellen lassen. Ebenso besteht allgemein Wahlfreiheit bei Nichtwohngebäuden.

Vergleichbarkeit der Ausweise


Die Ermittlung der Bezugsfläche (Nutzfläche nach EnEV) erfolgt für Verbrauchsausweise und Bedarfsausweise i.d.R. unterschiedlich.

Für den Bedarfsausweis errechnet sich die Bezugsfläche aus dem beheizten Gebäudevolumen (A = 0,32m-1 * V). Die Bezugsfläche des Verbrauchsausweises leitet hingegen sich aus der Wohnfläche ab (1,2-fach bzw. 1,35-fach), da zur Reduzierung des Aufwandes keine Volumen- und Flächenermittlung erfolgt.

Darüber hinaus erfolgt die Beurteilung unter unterschiedlichen Randbedingungen: Der Verbrauch auf Basis der individuellen Nutzung des Gebäudes, der Bedarf hingegen auf Basis der Randbedingungen der DIN und EnEV.

Allein aus diesen beiden Tatsachen heraus ist der Vergleich von Bedarfs- und Verbrauchsausweisen miteinander nicht zu empfehlen. Versuchen Sie daher möglichst immer Verbrauchs- oder Bedarfswerte miteinander zu vergleichen. Eine objektive Beurteilung ist nur über den Bedarfsausweis möglich, da der Verbrauchsausweis in hohem Maße das individuelle Benutzerverhalten berücksichtigt und somit die Vergleichbarkeit erheblich eingeschränkt ist.
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